Die Islamnazis und ihre Legalisten: ATİB und die Christ-Demokraten

Es hat im Sommer 2017 nicht lange gedauert, bis die vernichtungsantisemitische Internationale ihre Kumpanen in der islamischen Community weltweit aktivierte. Nachdem drei palästinensische Volksgenossen zwei israelische Polizisten auf dem Tempelberg tödlich verwundet hatten, nahm Israel dies zum Anlass, Metalldetektoren dort aufzustellen. Nicht zuletzt die staatlichen und vorstaatlichen Agenturen der türkischen Islamfaschisten begannen daraufhin ihren üblichen irren Propagandafeldzug von Istanbul bis Ramallah. Es zeigte sich noch ein mal deutlich die zentrale Stellung, die türkische Institutionen, Bruderschaften und türkisches Geld für den palästinensischen Banden-Pluralismus haben. Auffällig war, dass die deutschen Ableger jener Agenturen und der Muslimbruderschaft sich an die demokratischen Kommunikationsstandards anpassten. Beim „Koordinationsrat der Muslime“ (DITIB, IGMG, VIKZ, ZMD) verodnete man sich verlogenes Opfer-Gewäsch; den bei solchen Anlässen für gewöhnlich expliziteren Jugendorganisationen wurde offenkundig Schweigen geboten, sie blieben still. Hieran lässt sich die kommunikationsstrategische Professionalität der deutschen Islamverbände studieren. Dass diese Leute Israel und die Juden entgegen anderslautender völkerfreundschaftlicher Beteuerungen, die regelmäßig bei der deutschen Sozialdemokratie abgeschrieben sein könnten, auf den Tod hassen, darf hier als bekannt vorausgesetzt werden. Verwiesen sei nur auf die antisemitischen Demonstrationen in Bremen im Sommer 2014, vornehmlich getragen von der Community der islamischen Verbände.

Ganz anders sah es in der Türkei aus. Dort bot sich ein ganz ähnliches Bild wie in Cisjordanien, dem Westjordanland: Aufgehetzt, vielmehr aktiviert durch die koordinierende Patronage alter Männer, die schon reichlich Erfahrungen in faschistischer Bauernfängerei in ihrem Leben machen durften, zogen die ohnehin vernichtungsantisemitisch gestimmten Massen mobwütig durch die Straßen.

Die Great Unity Party (Büyük Birlik Partisi, BBP) in der Türkei ging noch einen Schritt weiter. Die Abspaltung rechtsradikaler Verschwörer, Schläger und Mörder der bekannteren MHP (Milliyetçi Hareket Partisi) – ihrerseits der parteilegale Arm der „Ülkü Ocakları“ (Idealistenvereine), vor allem bekannt unter dem Namen Bozkurtlar (Graue Wölfe) – übte sich vor zwei Istanbuler Synagogen in Pogromstimmung und attackierte die Gebäude. Die vor beiden Synagogen parkenden Polizeiautos wurden dafür kurzzeitig abgezogen.  Dies alles ist als Warnung des faschistischen Diktators Erdoğan und seines Apparates zu sehen: Seht her, wie weit meine Macht reicht. Ich kontrolliere die Massen, entscheide über Wohl und Wehe meiner türkischen Mörderbanden und damit über euer Leben! Und wenn ich meine ganz eigenen Leute nicht schicke, finden sich andere. Über den Ausnahmezustand gebietet Reis Erdoğan, dem seine Anhänger bekanntlich zurufen: „Befehle es und wir töten, befehle es und wir sterben“.

(Vergleiche zur türkischen Verstrickung zu den palästinensichen Mörderbanden: A new ottoman empire; Arrest exposes Hamas-Turkish connection; Israel breaks up alleged Hamas-Turkey-Hebron money laundering ring; Germany calls Turkey a key Islamist platform)

Die BBP, die bei Wahlen in der Türkei aktuell eine unbedeutende Rolle spielt, ist im Lichte der deutschen Ableger der türkischen Islamfaschisten alles andere als uninteressant. Jahrelanger Vizepräsident dieser Partei war Musa Serdar Celebi. Der ist in Deutschland kein Unbekannter, sondern vielmehr Gründer der „Avrupa Türk-İslam Birliği“ (ATİB – „Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V“), einer der größeren hiesigen legalistisch auftretenden Moscheevereine, Gründungsmitglied der islamfaschistischen Muslimbruderschafts-Koordination namens Zentralrat der Muslime (ZMD). An ihr lässt sich deren Tarn- und Unterwanderungsstrategie besonders sinnfällig verfolgen, denn niemand möchte so genau wissen, wofür die ATİB steht, ganz zuletzt der deutsche Staat, der verschiedentlich mit ihr kooperiert. Die ATİB ist deswegen als besonders dubios und unberechenbar anzusehen, weil sie es schafft, trotz einer Historie voller rechtsradikaler Verstrickungen samt schaurigen Mordkomplotten als unbefleckter Demokratie-Partner dazustehen.

Zunächst ist Musa Serdar Celebi, der sie 1987 ins Leben rief und nach und nach zu einem kleinen Imperium ausgebaut hat (Moschee- und Kulturvereine, Spenden-Zakat, Elternvereine, Sportvereine, Verstorbenenführungsfirmen, Pilgerorganisationen, Weiterbildungswerke, Immobilien, etc. pp.), ein Rechtsradikaler ersten Ranges, der nicht nur aus dem Führungsumfeld der Grauen Wölfe kommt und dort mit allerhand Mördern zusammengearbeitet hat. Er soll laut Aussage seines früheren Partners und Obersten, des MHP-Gründers Alparslan Türkeş seine Finger sogar bei dem Papst Attentat 1981 im Spiel gehabt haben, das von dem Grauen Wolf Mehmet Ali Aǧca begangen wurde, der zuvor schon  den sozialdemokratischen Journlisten Abdi Ipekçi getötet hatte.

Die ATİB ist laut Bundesregierung (2016) „eine hundertprozentige Abspaltung der Föderation der türkischen Idealistenvereine in Deutschland – ADÜTDF – und konstituierte sich 1987 als eigener Dachverband. Die Zentrale der ATIB befindet sich in Köln, Neusser Straße 553. Über die Hintergründe der Abspaltung sowie über Vereinsstrukturen und Mitgliederzahlen der ATİB in Deutschland oder in anderen europäischen Staaten liegen keine Erkenntnisse vor. Die ATİB ist ihrem Auftreten nach deutlich religiöser und weniger nationalistisch als die ADÜTDF.“

Fraglos ist richtig, dass die ADÜTDF, die „Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu“, der ganz offizielle Ableger der Grauen Wölfe in Deutschland, in Sachen Nationalismus immer noch eine Schippe drauflegt und sich das nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Anhänger und stabiler Strukturen auch locker erlauben kann, ohne dass ihnen die deutsche ‚Zivilgesellschaft‘ geschweige denn die Sicherheitsbehörden auf die Pelle rücken würden. Diese ganzen Spaltungen von Abspaltungen aus den Reihen der türkischen Faschisten haben allerdings mit arbeitsteiliger Zusammenarbeit wenig Probleme. In Bremen beehren ADÜTDF, IGMG (Millî Görüş) und ATİB regelmäßig den gleichen Veranstaltungsraum beim „Deniz Saray Event Center“ in Oslebshausen. Historisch sind sie ohnehin alle Brüder im Geiste, die sich mal mehr der Nation, mal mehr dem Islam, immer aber der Tradition osmanischer Großmachtfantasien und in gewisser Weise dem rassistisch zu nennenden (Pan-)Turanismus verschrieben haben.

Atib Bremen, Moschee: Yunu Emre Camii, Osterholz

Türk Federasyon Bremen

IGMG Bremen

Dazu muss man wissen, dass alle großen deutschen Moscheeverbände Derivate radikaler islamistischer Strömungen sind, sich aber heute einen demokratischen Anstrich geben und dem deutschen Staat als billiger Integrationsdienstleister willkommen sind. Erster Chef des VIKZ (Sufis) war etwa Harun Reşit Tüyloğlu, ehemaliger Hauptimam der türkischen Süleymancılar-Gemeinschaft in Deutschland. Die Süleymancılar waren eine Strömung des sufistischen Naqschbandīya-Ordens, der auch einen gewissen Necmettin Erbakan ideologisch geprägt hat (vgl. dazu den vorzüglichen Artikel auf Cosmoproletarian Solidarity). Er ist der Begründer der Millî-Görüş-Bewegung (IGMG) und deren erster Partei, der Millî Nizam Partisi. Die Millî Görüş hat gleich ab Beginn ihrer Gründung Zweigstellen in Europa, allen voran im islamophilen Deutschland gegründet. Dieser national-islamistischen Bewegung blieb auch Recep Tayyip Erdoğan treu, bis er 2001 mit Mitstreitern seine eigene Partei, die Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP) gründete. Ideologisch standen sie schon immer den ägyptischen Muslimbrüdern nahe, deren palästinensischer Ableger die Hamas ist. Mit der Zeit wurde auch die Kooperation immer enger, sodass man sich heute in Deutschland etwa im ZMD zusammenfindet und gemeinsam Spenden für die jihadistische Opposition in Syrien über die jeweils hauseigenen ‚Hilfsorganisationen‘ sammelt. Auch die ATİB hat eine solche im Portfolio, sie nennt sich „Hilal“. Zur Muslimbruderschaft lohnt unbedingt dieser sehr gute Text.

Die ADÜTDF, Türk Federasyon, die Grauen Wölfe wurden in Deutschland anch allem, was man weiß sogar in antikommunistischer Absicht mit Unterstützung des deutschen Staats, wohl unter Mithilfe des BND und Franz Josef Straußgegründet. Kontakte zur türkischen „Mutterlandspartei“ (ANAP), insbesondere zu deren ehemaligen MHP-Mitgliedern wurden zum Beispiel in personam zu Agah Oktay Güner gepflegt. Der Kozmopolit spricht von zwei Fotos aus 1977 und 1996 von den beiden. „Während Agâh Oktay Güner 1977 MHP Abgeordneter war, war Musa Serdar Çelebi Vorsitzender der Türk Föderation. 1996 war Güner Abgeordneter der ANAP und Çelebi Vorsitzender der ATİB. In den zwanzig Jahren änderten sich nur ihre Titel, nicht aber die Ideologien in ihren Köpfen.“ (Kozmopolit 2003)

ATİB-Gründer Celebi hatte deren Vorsitz bis 1999 inne. Im türkischen Fernsehen tritt er nun mitunter als Deutschland-Experte auf. Nun sitzt sein Sohn Mehmet Alparslan Celebi im ATİB-Vorstand und ist zugleich Stellvertreter von Aiman Mazyek beim Zentralrat der Muslime. Von Celebi senior hieß es 1996: „Für uns ist die wichtigste Frage, wie wir unsere Kinder als Menschen mit nationaler Identität erziehen können. […] Diese beiden Faktoren sind die Parameter unserer nationalen Kultur. Der Kampf um die nationale Identität und nationale Kultur bedeuten ein Daseinskampf für unsere Kinder, die ihre Augen in einem christlichen Garten aufmachen.“ (Kozmopolit 2003)

Nun werden vermeintlich sanftere, in jedem Fall aber demokratischere Töne angeschlagen. Eine der Ideologien, die sich in hiesigen Breiten vorzüglich eignet, selbstgeglaubte Lügen zu verbreiten, nennt sich bekanntlich ‚Antirassismus‘.

Die ATİB organisiert Maßnahmen und Initiativen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, sowie zur friedlichen Konfliktregelung in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf und ist bemüht, mit jeder Vereinigung, die sich für diese Ziele einsetzt, zusammenzuarbeiten.“

Die ATİB hilft durch Zusammenarbeit mit der „Hilal Hilfsorganisation e.V.“ den hilfsbedürftigen Menschen und den Opfern von Naturkatastrophen in verschiedenen Regionen der Welt.“ (Atib-Seite)

ATIB verurteilt jede verfassungsfeindliche und nationalistische Ideologie. Als eine in Deutschland verortete Religionsgemeinschaft distanziert sich ATIB von jeglichem menschenverachtenden und rassistischen Gedankengut und bejaht die Vielfalt in Deutschland.“ (Atib-Seite)

ATIB geht stets den gemäßigten „Weg der Mitte“ im Islam, welcher sich gegen jeglichen Faschismus, Rassismus, Chauvinismus oder religiös motivierten Fundamentalismus ausspricht. ATIB ist zudem Gründungsmitglied des Zentralrat der Muslime und setzt sich auch hier stets für die Vielfalt im Islam ein.“ (Atib-Seite)

Die zutiefst lächerliche, aber professionelle Kommunikationstechnik der islamischen Mitte hat vor allem eines zu tarnen gelernt: ihren Islamfaschismus, der sich durch misogyne Geschlechtsrollenvorstellungen, Glauben an die Höherwertigkeit des politischen Islam und die wurzeltiefe türkische Nation und überbordenden staatsaffirmativen Organisations- und Machtfimmel auszeichnet, den man gleichzeitig an anderen bekämpfen muss.

Offiziell hat man dabei natürlich nichts gegen Juden, Kurden, Armenier oder Ungläubige, wenn diese doch nicht immer so böse Sachen tun würden. So war ATİB-Bremen Mitveranstalter der antisemitischen Solidaritätsbekundung für die palästinensischen Mordbanden (Anfrage Bundesregierung 2016) mit dem Titel „Demonstration für Frieden und Gerechtigkeit in Palästina“. Tage zuvor wurde aus einem hundertfünzig Mann starken pro-palästinensischen Mob heraus ein Passant zu Boden geschlagen und die Polizei bedeutete einem Journalisten, sich lieber davonzumachen.  Die große Palästina-Demo wurde wie die anderen bundesweiten Zusammenrottungen vielerorts von Vertretern der Linkspartei unterstützt.

Bremer Palästinenser-Mob 2014

Es kann angesichts so etwas kaum wundern, dass die einfache Feststellung, dass der Prophet Mohammed ein frauenfeindlicher Tyrann und Kriegsherr war, dem heutigen ATİB-Vorsitzenden Ihsan Öner „eine ungeheure Provokation“ ist, dabei wird es jeden Tag weltweit von seinesgleichen bestätigt. Schon Mohammed-Karikaturen sind für ein „ein Eingriff in meine Religion, man hat meine Würde angetastet.“ (Welt) Ihsan Öner outet sich hier als Unberechenbarer. An anderer Stelle verlautete er kontrafaktisch, dass „Radikalisierung unter Türken sehr selten vorkommt“. Von einem Euro-Islam möchte er nichts wissen. „Das ist Schwachsinn. Es gibt nur einen Islam. Irgendwelche Leute erfinden solche Begriffe, um sich zu profilieren.“ Die Allgemeine Zeitung berichtet von ihm: „Jede Religion habe ihre eigenen Gebote und Verbote, und sie müssten respektiert werden, schildert er. So soll der Schwimmunterricht an deutschen Schulen seiner Meinung nach für Jungen und Mädchen separat stattfinden.“

Das ist natürlich nichts anderes als reinstes islamistisches Gedankengut. Auch in Sachen Geschichtsrevisionismus ist nicht nur die AfD, sondern sind auch die türkischen Islam-Nationalisten von ATİB ganz vorne dabei. Von der Resolution des Bundestags zum türkischen Massenmord an den Armeniern muss man zwar sicherlich sagen, dass es den Deutschen hier in erster Linie darum ging, ihren Stolz auf die deutsche Vergangenheitsbewältigung zum Ausdruck zu bringen, ohne dass den von den Türkei-Faschisten weiterhin Bedrohten weder hier noch dort geholfen würde. Außerdem war es ein Angebot, das Geschäftsmodell ‚Vergangenheitsbewältigung‘ dem türkischen Partner schmackhaft zu machen, das dieser allerdings offenkundig auch weiterhin ausschlagen wird, solange die Faschisten-Clique um und von Erdoğan Gnaden an der Macht bleibt. Dennoch beweist ATİB-Funktionär Celebi junior äußerstes Feingefühl für die osmanischen Anwandlungen seiner Mit-Faschisten, wenn er wütet, „[i]ch Ich durfte gerade leider Zeuge werden, wie der Bundestag meine Vorfahren zu Mördern und mein Land zum Volksmörder verurteilt hat.“ Weiter sagte er im astreinen Ton des beleidigten Säuberers kurz vorm Gewaltausbruch an die muslimische Abgeordnete Cemile Giousouf und alle anderen Gemeinschaftsverräter gerichtet: „Die Cemiles dieser Welt werden in den Iftar Programmen in unser Gesicht lächeln.“ Die ATİB-Jugend, ATİB Gençliği, brachte dieses Gedankengut zum Jahrestag des Putsches in der Türkei auf ihren koranischen Gehalt, als sie die bekannte Sure 8:30 zitierte, die sich gegen Ungläubige richtet: „Und als diejenigen, die ungläubig sind, gegen dich Ränke schmiedeten, um dich festzusetzen oder zu töten oder zu vertreiben. Sie schmiedeten Ränke, und (auch) Allah schmiedete Ränke. Aber Allah ist der beste Ränkeschmied.“

In einem anderen Post der ATİB-Jugend heißt es: „Diese [Märtyrer] liegen in der Vergangenheit, mach nicht einfach so weiter, indem du dir sagst, es ist gestern geschehen. Das Gebiet des Islam hält an, den neuen Zustrom von der Wurzel nicht abbrechen, solange es anhält, neue Schmerzen stehen bevor, Volk! Diese Erde ist unsere! Das Leben gebend – das Volk ist unser.“

Auch die Bundesregierung weiß, dass bei ATİB Imame der türkischen Religionsbehörde Diyanet eingestellt werden. Doch die Gefährlichkeit von ATİB wird beinahe ausschließlich von türkeistämmigen Deutschen thematisiert, die aufgrund eigener Verfolgungserfahrungen ganz genau um den Schafspelz der türkischen Rechten wissen.

Bei den Christ-Demokraten ist man kooperationsbereiter. Schon Musa Serdar Celebi soll seinen deutschen Aufenthaltstitel durch den CDU-Stadtverordneten Dr. Hans-Eckhardt Kannapin und eine Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem fiktiven „Türkei-Institut“ erhalten haben. Kannapin wird nachgesagt, BND-Türkei-Experte gewesen zu sein. Die schmutzige Wäsche, die der deutsche Staat in Sachen Kooperation mit dem türkischen Geheimdienst gegen Kurden und andere türkische ‚Staatsfeinde‘ in der Vergangenheit gespielt hat, dürfte ohnehin Legion sein. Auch inoffiziell sind in den deutschen Behörden nach wie vor Spitzel für den türkischen Staat unterwegs.

Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung empfiehlt laut Welt, „aus politstrategischen Gesichtspunkten“ abzuwägen, „inwieweit eine zielgerichtete Zusammenarbeit“ mit ADÜTDF möglich sei. Ein Mitarbeiter des Vorsitzenden des „Deutsch-Türkischen Forums der CDU“ (DTF) war Redakteuer der Studie. Dabei wahren offiziell selbst die türkischen Islamverbände Abstand vor den offen rechtsradikalen Grauen Wölfen, was den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu nicht davon abhielt auf einem Deutschlandbesuch den Wolfgruß zu zeigen.

Nun wurde bekannt, dass der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Oguzhan Yazici beim türkischen Think Tank „Birsam“ weilte und sich dort mit den ‚Hilfsorganisationen‘ der Muslimbruderschaft „IHH“ und „Islamic Relief“ traf. Erstere wurde in Deutschland aufgrund millionenschwerer Zahlungen an die vernichtungsantisemitischen Mordbrenner von der Hamas verboten. Dass er sich mit Terrorfinanciers an einen Tisch setzt, kann kaum wundern, machte er doch wie übrigens Vertreter aller etablierter Bremer Parteien zielgruppenspezifische Wahlwerbung für türkische Nationalisten. Deren mediale Drehplattform „UETD“ (Union Europäisch-Türkischer Demokraten) wird der Erdoğan-Propaganda nimmermüde und organisierte schon zahlreiche Auftritte von ihm und seinen Ministern. Nicht nur der CDUler Yazici, auch Mustafa Kemal Öztürk von den GRÜNEN, Magnus Buhlert von der FDP, Carsten Sieling (Bürgermeister) und Mustafa Güngör von der SPD haben mit der UETD kooperiert. Güngör hat es bekanntlich mit Rechten für Homosexuelle nicht so und nimmt den türkischen Faschismus in Schutz (Vgl. Weser-Kurier: Fraktionen ringen um Haltung zur Türkei; Streit um Haltung zur Türkei). Wer nun aber dachte, die Kollaboration mit den Islamfaschisten beschränke sich auf die SPD und die GRÜNEN (die sich wie SPD-Vertreter bei jeder Gelegenheit mit ihnen ablichten lassen), liegt leider falsch. Nicht nur die SPD mit Güngör, auch die CDU in Bremen scheint ihr U-Boot zu haben. ATİB-Bremen machte schon 2014 ganz offen Werbung für die ägyptische Muslimbruderschaft auf dem Bremer Marktplatz. Der Abgeordnete Yazici verachtet wenig überraschend das Projekt für einen liberalen Islam von Seyran Ates, kooperiert mit Erdoğan-Gesellen, während ihm der israelische Ministerpräsident Netanjahu ein „mieser Demokrat“ ist, lehnt die Resolution zum türkischen Massenmord an den Armeniern ab und lädt die ATİB-Jugend in die Konrad Adenauer Stiftung ein.

(Vgl. zu ATİB außerdem: Gut gelaunt unter Wölfen; Family business; Family business II; Schicke Wolfspelze; Verteilte Rollen, Kooperation mit muslimischen Verbänden)